Auf die Straße, fertig, los! Mit Sookee und Suraj

Shownotes

Sprechchöre, Banner, Menschenmengen: Soziale Bewegungen tragen ihre Anliegen mit Protesten lautstark auf die Straße. Das schafft Aufmerksamkeit und bestenfalls auch ein Gefühl von Gemeinschaft. Demonstrieren kann aber auch anstrengend oder überfordernd sein.

In der ersten (regulären) Folge von „Lauter Leute“ sprechen Sookee und Suraj Mailitafi über den Sinn des Protestierens und ihre sehr unterschiedlichen Demo-Erfahrungen. „Es ist laut, es ist viel, ich bin ganz schnell überfordert, mir ist heiß, mir ist kalt, ich muss pullern, alles ist scheiße, ich will weg“, beschreibt Sookee. Sie hat schon unzählige Demos miterlebt – zuletzt vor allem als Musikerin auf der Bühne.

Für Suraj hingegen gehören Demos zu seinem aktivistischen Alltag. Er ist Gründungsmitglied der Initiative „Gerechtigkeit für Lorenz“. Der 21-jährige Lorenz A. wurde 2025 in Oldenburg von einem Polizeibeamten erschossen. Außerdem ist er Pressesprecher des bundesweiten antifaschistischen Aktionsbündnisses „Widersetzen“, das zu Blockaden gegen die AfD und andere rechte Strukturen aufruft.

Die Folge wurde am 12. Mai 2026 aufgezeichnet.

TRANSPARENZ

Shoutout von Suraj an die bundesweite Online-Beratungsstelle für Geflüchtete PENA-GER und das Bündnis gegen rechts United against Racism Oldenburg

Aufruf zum Protest gegen den Bundesparteitag der AfD in Erfurt am 4. Juli 2026

Hinweis auf die Wheelmap der Sozialheld*innen als Tool für barriereärmere Demo-Planung

Studie „Warum ziviler Widerstand funktioniert“ von Erica Chenoweth und Maria J. Stephan, die über 300 Aufstände und Protestbewegungen auf ihre langfristige Wirksamkeit untersucht hat

Buchempfehlung „White Lives Matter“ von Jasmina Kuhnke

Aufruf von Sookee, Songs einzuschicken, die sich mit der Ermordung von Lorenz A. beschäftigen – sie macht den Anfang mit „Das nicht kompliziert“ von Willy Brand

TEAM

Redaktion: Jasper von Römer; Hosts: Sookee, Suraj Mailitafi, Gianni Jovanovic und Luna Möbius; Produktion: Benjamin Jenak; Cover: Annika Keymer; Sprecherin: Karla Schröder

TRANSPARENZ

Veto wird anteilig von der GLS Treuhand und der Schöpflin Stiftung gefördert – vor allem aber durch die Crowd finanziert.

Transkript anzeigen

00:00:00: dieses Gefühl auf dieser Demo war unbeschreiblich, wirklich.

00:00:03: Also es war einerseits das war sehr bedrückend alle waren traurig und gleichzeitig wenn man so von der Bühne aus in die Menge geschaut hat, hat man gesehen okay wow!

00:00:20: Die Familie, die Angehörigen gerade auch die Mutter von Lorenz steht nicht allein.

00:00:24: Ich war wahnsinnig laufhaul als Kind, bin es bis heute.

00:00:28: Ein ganz weltliches Gegenargument zur Demoteilne haben wir.

00:00:31: um ehrlich zu sein ist ganz schön wie ich laufe.

00:00:33: Wahnsinnig ungern!

00:00:36: Lauter?

00:00:36: Ein bisschen lauter.

00:00:37: Ich kann Sie nicht hören, können Sie lauter sprechen...

00:00:39: Na ja natürlich, so gut eine Debatte wo lauter Leute sitzen.

00:00:43: Wir sind alle

00:00:43: schlauer als ich.

00:00:44: Ich sag's mal ganz provokativ.

00:00:46: Hörschlägen

00:00:46: ist das noch lauter oder?

00:00:48: Das könnte doch lauter der Applaus damit er noch zu Hause hat.

00:01:00: Vielleicht müssen wir gerade ein bisschen nach nausner sein.

00:01:06: Wow, herzlich willkommen zur ersten regulären Podcastfolge von lauter Leute des Veto-Magazins.

00:01:13: Ich freue mich so unglaublich dabei zu sein!

00:01:16: Heute eine Podcastfolge aufnehmen darf und ich freu mich unglaublich.

00:01:25: Suki, wie geht es dir?

00:01:29: Hallöchen!

00:01:30: Ach, weißt du, ich will nicht klagen.

00:01:35: Aber mir ist halt einfach immer so viel ... Ich hab ein sehr unlangweiliges Leben Und wir wachsen ständig mehrere Köpfe und ich habe mehrere Herzen und vielleicht bis zu Octopus oder sowas in echt.

00:01:48: Ich weiß immer gar nicht, warum ich nicht loszulegen ist.

00:01:50: Aber erst mal alles in Ordnung soweit.

00:01:51: Es sind keine schlimmen Katastrophen wie Schäden und schöne Dinge als alles gleichzeitig.

00:01:56: Also dir wird nie langweilig?

00:01:58: Nee, ich weiß nicht von das letzte Mal mir langweillig war's ... Das setzt nicht nur der Weltlage wegen.

00:02:04: Man traut sich ja nicht mehr zu sagen, wenn es schön ist, weil alles so schrecklich ist draußen.

00:02:08: Ähm... aber äh ... auch so.

00:02:12: in mir ist einfach immer tierisch viel los.

00:02:15: Da ist immer was los!

00:02:17: Krass.

00:02:18: Und du warst heute auch schon studieren oder wie?

00:02:21: Ich war heute nicht studieren, ich wollte tatsächlich in die Uni hab's dann doch nicht mehr gemacht.

00:02:28: Aber dafür morgen das Gegenargument ja...ich war mit Freundinnen in der Mensa ein bisschen verquatscht und passiert.

00:02:40: Und ich war mega aufgeregt weil jetzt gerade Heute wurde das ja unsere erste Podcast-Folge, wo wir alle zu viert dabei waren.

00:02:48: Die Auftaktfolge veröffentlicht und da war ich einfach sehr nervös und aufgeregt und hat mich mega gefreut.

00:02:55: Und unsere Profs zeig mir schon dazu gesetzt gerade in deine Mensa?

00:02:59: Also du warst in der Uni in der Mensa aber nicht im Seminar oder im Tutorium oder sonst so.

00:03:05: Aber die Profs, die hast du hier wunken aus der Entfernung.

00:03:08: Ja

00:03:08: also ... Wir haben unterschiedliche ... Wir haben zwei Campus, sagt man das so?

00:03:13: Weiß ich nicht.

00:03:14: Die Kampel, die Katonilatein keine Ahnung.

00:03:18: Und da wo die Mensa ist, da wo ich in der Mensa war, ist tatsächlich nicht da, wo ich normalerweise Seminar hab.

00:03:25: Deswegen konnte ich mich auch ruhig hingehen ohne dass ich da irgendwie von meinen Professoren gesehen werde.

00:03:37: Ist ja auch eine Form von ... Arbeitsniederlegung dann kurzzeitig.

00:03:41: Arbeitsverweigerungen würde vielleicht einer sagen, so viel Leistungslogik gleich wieder... Aber heute geht es ja hoch um eine Form von ... Ist das auch Leistung?

00:03:50: Aha!

00:03:50: Das müssen wir auch drüber nachdenken.

00:03:52: Wir haben nämlich letztmal in dieser Vierfach-Date, Speeddating wie auf immer Folge wo wir quasi alle gemeinsam vor dem Mikrofon rutscht sind Gab's einen Moment, wo Luna mich fragt welche Form von Protest irgendwie gerade die wichtigste sei oder was wir am meisten brauchen.

00:04:09: Ich glaube sie meinte wie als Gesellschaft und ich hab dann schnell gesagt dass Demos nicht mein Ding sind und das andere Form vom Protest usw.

00:04:17: Also genau wir haben nämlich festgestellt da wollen wir nochmal anknüpfen gleich zuerst denn bei lauter Leute soll es ja auch um Aktivismus gehen.

00:04:26: in der Ankündigung jetzt der Folge Ja, ich wüsste ja nichts.

00:04:31: Machen wir unsere Zeitlichkeit hier offenbar?

00:04:33: Also wir nehmen jetzt gerade diese nächste Folge auf, während die andere vor ein paar Minuten veröffentlicht wurde.

00:04:38: Ist ja wurscht!

00:04:40: Die Redaktion sind ja auch nur Menschen überzeugt.

00:04:43: Es ging um Protestform und ich frag mich ob da... also wie viel Leistung sozusagen da drinnen steckt, weil es braucht ja irgendwie Aktivismus.

00:04:54: zivilgesellschaftliches Handeln.

00:04:55: Wir können Politik nicht nur den Parlamenten überlassen, finde ich zumindest.

00:05:00: Die gesellschaftlichen Geschicke müssen von eingestaltet werden und jetzt ist es ja so, dass wir bei lauter Leute uns vorher noch mal haben gehen immer mit einem aktuellen Thema ran arbeiten dann ein bisschen grundlegender dazu rum um am Ende zu gucken was machen wir jetzt damit?

00:05:14: Was ist unsere welche handelung leiten wir daraus ab?

00:05:18: und wenn wir über protest reden und über öffentlichem protest reden bis natürlich Ein hervorragend informierter Mensch, denn du bist im Kerngeschehen eines sehr wichtigen Protests in dieser Gesellschaft gerade.

00:05:31: Kann man das so sagen?

00:05:32: Ich weiß ich nicht!

00:05:33: Ich

00:05:33: finde es immer schwierig anzunehmen tatsächlich, aber ... Musst du mitgeben jetzt.

00:05:41: Es ist nicht nur ich.

00:05:43: Es sind auch viele unterschiedliche Menschen dabei die ... gerade auch jetzt im Kontext von Lorenz, der erschossen wurde in Oldenburg.

00:05:51: Sehr sehr aktiv sind es sind die Freundinnen und Angehörigen, die Familie, die da so stark dabei ist.

00:05:58: Und das ist ja mittlerweile ein Jahr hin.

00:06:01: Lorenz hatte am elften Mai jetzt auch ... hätte er Geburtstag gehabt!

00:06:06: Das ist natürlich alles sehr krass Und das ist auch eine Form von Protest.

00:06:12: Wir haben Demos organisiert, wir waren auf der Straße und haben so viele Menschen mobilisiert nicht nur hier in Oldenburg sondern man kann schon sagen deutschlandweit auch europaweit.

00:06:23: es gab auch Proteste in anderen europäischen Ländern und das finde ich auch sehr krass.

00:06:28: und wenn man sich das anschaut nach einem Jahr fragt man sich okay was ist davon eigentlich geblieben?

00:06:36: Was für ne Wirkung hat gebracht, was haben wir genau erreicht?

00:06:41: und das ist ja immer sehr schwierig.

00:06:44: Aber vielleicht um vielleicht noch mal konkret auf den Fall zu kommen, Lorenz wurde im April am zwanzigsten April zwanzichfünftzwanzig von der Polizei in Olnburg erschossen mit mehreren Schissen von hinten.

00:06:58: davor gab es eine Auseinandersetzung vor einem Club wo er nicht rein durfte und die Polizei wurde gerufen.

00:07:05: und ja, am selben Tag haben wirklich organisiert.

00:07:10: Und ich finde, das ist so krass, weil ... Ich habe ein Jahr bevor Lorenz ungefähr ein Jahr vor Lorenz erschossen wurde, hab ich seinen besten Kumpel kennengelernt und bis dato auch das erste und letzte Mal gesehen vor der Uni in Oldenburg.

00:07:27: Wir haben da direkt schon über unsere Erfahrung mit der Polizei gesprochen.

00:07:31: Ich find das so krasses, weil es zeigt einfach, dass hat irgendwo einen Kontext.

00:07:36: Das kommt nicht von ungefähr Und ein Jahr danach ruft er mich dann über Instagram an und sagt, dass sein Bruder ... So nennt der ihn.

00:07:45: Sein Bruder erschossen wurde.

00:07:48: Und so viele Menschen haben sich sehr schnell organisiert.

00:07:50: Wir haben die Initiative gegründet am darauffolgenden Tag.

00:07:54: Und sind reingestartet um das mal als Rahmen zu setzen.

00:08:03: Mich würde tatsächlich interessieren, Suki Wie hast du eigentlich von dem Fall von Lorenz mitbekommen?

00:08:11: Also auf jeden Fall über Social Media.

00:08:16: Und ... ich weiß aber nicht mehr genau durch welche aktivistischen Kanäle, aber es ist völlig klar aus so Traditionsmedien hätte ich das nicht mitgekriegt also sozusagen.

00:08:31: Ich wüsste nicht, welche Zeitung ich hätte abonnieren müssen um dass in der Kürze derzeit irgendwie überhaupt übermittel zu bekommen als Information.

00:08:50: Es kommt halt einfach wahnsinnig viel zusammen, es kommt sozusagen der Rassismus, der quasi als Basis auf dem alles stattfindet das racial profiling, dass auf dem Rassismus liegt sozusagen die ... die Exekutivmacht der Polizei, die Entgrenze, die wiederum das sich zu Nutzen macht.

00:09:09: Also als Mittel.

00:09:11: und dann sozusagen das Ringen um die Deutungshoheit.

00:09:16: Wer hat's?

00:09:17: Was war berechtigt was nicht?

00:09:18: Und natürlich wenn du sozusagen, wenn Gesetz und Ordnung diejenigen sind, die Täter sind, ist es ja sozusagen der schwerste Gegner den du haben kannst aus einer zivilen Perspektive.

00:09:30: Wenn diejenigen dies die bestimmen, wie es läuft.

00:09:34: Diejenigen sind, die man darin entlarven muss ... dass sie sich selbst widersprechen und zwar nicht nur in irgendeiner Theorie, sondern mit der Konsequenz, dass eine Person das Leben verloren hat, dass die Person getötet wurde so.

00:09:47: Und ich hatte totale Angst vor dieser Debatte, weil das immer so ne ... ja genau, wenn der Staat quasi der Täter ist dann ... ist, glaub ich, die Ohnmacht auf Seiten der Betroffenen und der Potenzellbetroffenen.

00:10:04: Also ... Angehörigen unterjenigen, diese auch schon durch die Jahrzehnte oder ... Ich weiß nicht wie weit man in die Vergangenheit reisen will dafür.

00:10:12: Schon durchgemacht haben.

00:10:13: also diese ... Ähm ... Ja, ich glaube mich ängstigt diese Wut auf eine Art im Sinne von ... Ich hoffe das es nicht ... Ich hoffe, dass es nicht ins Leere läuft.

00:10:29: Das ist nämlich ängstig.

00:10:30: Nicht die Wut, mich ängste ich dir zu sagen dieser Schritt beiseite der Staatsgewalt, die sagt, lasse wir bitte an uns vorbei fließen, fühlen wir uns gar nicht von angesprochen.

00:10:40: Und dann habt ihr euch aber so massiv aufgestellt und es gab diese Videos auch ... Von dieser Bühne hab ich den jungen Menschen, die sprachen.

00:10:49: Also grade auch wenn... Da kommt das Thema Adultismuskritik bei mir schnell zur Stelle so dass sehr junge Menschen sich mit sehr, sehr heftigen Fragen auseinandersetzen müssen.

00:11:02: Und ... in einen Abgrund blicken müssen, der sie sowieso die ganze Zeit anschreit.

00:11:07: Aber sozusagen Worte finden zu müssen.

00:11:11: und dann hab ich aber mitbekommen wie es sich das formiert und ihr wirklich ... Ich mein, der Begriff Empowerment ist an vielen Stellen sehr abgegriffen.

00:11:19: Mhm.

00:11:20: Wenn du sagst, wie schnell ihr euch da gefunden habt, dann ... Und wie viel da zusammengewachsen ist.

00:11:28: auch, das beruhigt mir ein kleines eines meiner Octopus-Sätzen dann.

00:11:34: Magst du mal erzählen?

00:11:37: Wie hat sich das formiert?

00:11:38: Also wir sind sozusagen...wie gründet man denn so eine Initiative?

00:11:41: Wie schnell meldet man deine Demo an?

00:11:45: Wie schnell wächst da was zusammen?

00:11:46: Wie funktioniert so eine Kommunikation überhaupt in dem Moment, welche Tools, irgendwelche Frequenz sprecht miteinander.

00:11:52: Wie wird entschieden, wer sich um welchen Bereich kümmert und welche Bereiche gibt es überhaupt?

00:11:57: Boah ich finde du hast gerade so viele Themen angerissen, so viele wichtige Sachen, Deutungshoheit zum Beispiel.

00:12:04: Ich finde die Polizei hat geschossen und wird aber nicht als Konfliktpartei betrachtet sondern als eine vermeintlich neutrale Institution.

00:12:16: Das finde ich immer so krass.

00:12:17: Bestimmte Narrative wurden direkt gestreut, dass Lorenz was gemacht haben soll wie auch immer um das zu rechtfertigen.

00:12:25: und für uns war aber ganz klar hey kein Mensch hat es verdient durch die Polizei getötet zu werden wirklich kein Mensch.

00:12:31: und das ist aber vielen Menschen nicht bewusst.

00:12:34: sie wollen das irgendwie rechtfertig mit irgendwelchen Sachen.

00:12:39: Und also wie hat sich die Initiative zusammengefunden?

00:12:43: Und das finde ich halt auch mega wichtig und ... Auch im Vergleich zu anderen Fällen.

00:12:51: Lorenz ist ja kein Einzelfall, es gibt so viele Namen.

00:12:54: Uri Jalo, Christi Schwundek, Lamine Touré, wir haben Mohamed Lamin Dramey.

00:13:00: Wir haben so, so viele Namen!

00:13:03: Das was ich aber bei Lorenz sehe, ist die Schnelligkeit.

00:13:07: Also wir haben's geschafft am selben Tag tatsächlich ein Video dazu zu posten in den sozialen Medien.

00:13:16: Das wieder hab ich gemacht, nachdem der beste Freund von Lorenz mich angeschrieben hat über Instagram und meinte sein Bruder wurde erschossen haben wir sehr schnell gesprochen und er meinte zu mir es haben ihn Leute angerufen die dort waren Und er hat mir dann die Nummern von diesen Leuten weitergegeben und ich habe damit den telefoniert und habe das abgeglichen mit denen Sachen die in der Zeitung schon veröffentlicht wurden.

00:13:41: Und in der Zeitung wurde das Narrativ, der Polizei direkt übernommen unkritisch.

00:13:46: Das war dann für uns klar, wir müssen da ein Gegennarrativ natürlich dran setzen und das war die große Stärke, weil wir es geschafft haben wirklich unmittelbar einen Gegennahrtiv aufzubauen.

00:14:01: Und zur Chemie hat da unglaublich viel geholfen.

00:14:04: Also ... Der Freund von Lorenz hat mich angeschrieben, er hat aber auch andere Aktivistinnen angeschrien.

00:14:13: Wir haben uns dann connectet weil Oldenburg ist nicht so groß.

00:14:16: wir kennen alle die irgendwie aktivistisch unterwegs sind und dann waren wir auch am darauf folgenden tag tatsächlich auch bei den Angehörigen von Lorenz und haben erst mal zugehört was sind die bedürfnisse?

00:14:32: Was brauchst du jetzt konkret In dieser Zeit?

00:14:35: das war sehr, sehr emotional natürlich.

00:14:39: Aber die Initiative hat es geschafft, das irgendwie zu sortieren eine gewisse Struktur da reinzubringen sich um Anwältinnen zu kümmern Die Demo anzumelden.

00:14:52: eine Woche glaube ich danach genau am fünfundzwanzigsten Ähm, und das waren ja so wie du auch schon gesagt hast sehr viele junge Menschen die auf der Demo waren.

00:15:01: Und ich kann mich mega gut daran erinnern als ich unterwegs war zur Demo bin ich so die Straße lang gelaufen und dann kamen so wirklich dreizehn vierzehn fünfzehnjährige auf mich zu um meinten wir waren noch nie auf einer Demo.

00:15:14: was machen wir da?

00:15:16: Wie habt ihr Schilder?

00:15:17: Habt ihr irgendwas?

00:15:20: Wie geht das?

00:15:20: Wie gibt es eine Demo?

00:15:22: Das ist ja schon so krass Wie du schon gesagt hast, diese jungen Menschen müssen sich damit auseinandersetzen.

00:15:30: Und es hat sie, ich denke auch krass politisiert.

00:15:34: Also das ist ja ... Auch immer so eine Sache.

00:15:37: Ich glaub jeder hat einen Moment ... So ein Moment, so ein Geschehenes was einen politisiert hat, finde ich und ich glaube bei sehr viel in Oldenburg war die Erschießung von Lorenz.

00:15:52: Wir haben versucht, diese ganzen jungen Leute so gesehen in diesen Protesten, in diesem ganzen Organisieren, sag ich mal keine Erfahrung haben.

00:16:02: Versuchen mit einzubinden und ihnen gleichzeitig Raum zu lassen um zu trauern.

00:16:08: Das ist ja auch so eine Sache.

00:16:09: also Sie mussten direkt in den Kampf rein weil sie wussten gerade die Angehörigen und die engsten Freunde von Lorenz.

00:16:16: Weil sie wusste wenn wir jetzt nichts ... Wenn wir selber nix tun wird das alles sowieso nix.

00:16:21: Wird das komplett zerredet usw.

00:16:23: und sofort auch passiert, aber der Unterschied war das wir ein Gegenerativ geschafft haben irgendwie aufzubauen.

00:16:31: Wir sind immer noch laut.

00:16:33: also im Vergleich zu anderen Initiativen will ich einmal sagen ist die haben wir es geschafft dennoch trotz... Also nach einem Jahr immer noch ja Aufmerksamkeit auf diesen Fall zu haben Auch bei dem Protesten zu haben Bei den Demos zu haben dass Journalistinnen dabei sind und so weiter.

00:16:51: Das ist einfach unglaublich wichtig.

00:16:52: Aber Das Keypunkt war, wir haben Social Media genutzt.

00:16:57: Und wir haben bestehende Netzwerke genutst von Aktivistinnen die schon Erfahrung haben.

00:17:03: Das waren so zwei Sachen.

00:17:05: Schnelligkeit, Social Media und Netzwerken von Aktifistinnen, die schon dabei waren.

00:17:10: Die schon Arbeit geleistet haben in Oldenburg und Erfahrung mitgebracht haben.

00:17:15: einfach würde ich sagen.

00:17:17: Okay das heißt ihr seid auf deren Schultern gestiegen?

00:17:22: kannst du nennen.

00:17:22: Also was für Initiativen, wie ja das so ein Showdown-Moment jetzt vielleicht

00:17:26: gerade?

00:17:26: Oder ist es etwas, was ihr

00:17:28: sozusagen nicht öffentlich macht?

00:17:29: Das kann auch eine Strategie sein zu sagen, dass man bestimmte Strukturen eben nicht benennt um die vielleicht auch nicht zu gefährden irgendwie öffentlich zu machen und so weiter...

00:17:39: Es sind vereinzelt Aktivistinnen dabei, die auch schon aktivistische Arbeit davor schon gemacht haben beispielsweise von United Against Racism aus Oldenburg oder Panager, das ist eine bundesweite Beratungsstelle oder Online-Beratungsstellen für Geflüchtete.

00:18:00: Die wirklich sehr, sehr krasse Arbeit machen die sich auch damit gut auskennt wie man Menschen organisiert.

00:18:04: Die Netzwerke haben ihre Expertise einfach da reingesteckt und ohne diese vielen unterschiedlichen Expertisen die man mitbringt hätten wir es nicht geschafft.

00:18:17: Auch bei den Demos, die ganzen Bühnen.

00:18:19: Die Bühnentechnik!

00:18:20: Wir haben Leute dabei, die sich damit auskennen, die Bühne aufgebaut haben... ...die Technik mitgebracht haben,... ...die das alles unterstützt haben und ohne.

00:18:29: Wäre das wirklich sehr schwierig gewesen?

00:18:31: Deswegen an dieser Stelle Startout an die Menschen in Oldenburg, die da massiv beteiligt waren, dass all das so zustande gekommen ist und wir eine Stimme für Lorenz sein konnten und sind in dieser Ja, sehr schwierigen Gesellschaft einfach.

00:18:53: Was Sie mich fragen ist wie ist das?

00:18:54: Also ihr habt ja sozusagen ganz viel Fachexpertise rund um.

00:18:58: du sagst quasi Infrastruktur Kommunikation Öffentlichkeitsarbeit Technik und solche organisatorischen slash inhaltlichen Dinge.

00:19:08: aber wenn Du sagst dass ihr auch Raum geben musstet natürlich für die Trauer Also das ist natürlich was, dass sind ja völlig unterschiedliche Sprachen.

00:19:17: Man kann sozusagen wie geht eine Kampagnenarbeit und wie melde ich eine Demo an?

00:19:20: Das ist quasi ein dieselbe Lingo.

00:19:24: aber wenn du laut ... also wenn du quasi funktionieren musst und du hast irgendwie Abgabefristen und du musst bis dann und anders geklärt haben und da steht dir irgendwie ne Uhr am Nacken oder Kalender so Und gleichzeitig hat aber Trauer ja eine völlig andere Zeitrechnung und eine völlig anderer, höchst individuellen Ausdruck auch.

00:19:44: Und fordert, weil Menschen ganz andere Sachen.

00:19:47: Hattet ihr so was wie ne psychologische Support an irgendeiner Stelle?

00:19:53: Kannst du dazu was sagen?

00:19:55: wenn jetzt einfach jemand wegbricht und nicht mehr sprechen kann mittendrin oder so, weil es einfach zu viel ist.

00:20:00: Weil ja sozusagen ... Es ist natürlich erst mal eine Person.

00:20:02: aber wie du schon genannt hast wir reden hier von Strukturen und wir reden auch, wenn wir von Rassismus reden, reden wir auch eher über Jahrhunderte.

00:20:11: Und das kann sich dann immer wieder Bahn brechen in diesen Momenten einfach ... durch die Menschen durchwähnen.

00:20:22: Und also sozusagen diese Hochfunktionalität auf der einen Seite, aber diese ... Völlige Unberechenbarkeit von Trauer.

00:20:28: habt ihr das irgendwie?

00:20:29: Wie habt ihr es zusammengezwirbelt?

00:20:33: Es war immer, glaub ich, schwierig.

00:20:36: Wir haben versucht oder wir haben in Oldenburg so ein Trauerraum tatsächlich organisiert gehabt für Leute, für Menschen, die einfach Bedarf hatten darüber zu sprechen.

00:20:48: Und das, was ich gerade bei den engsten Freunden von Lorenz gesehen hab ist, dass die sich auch untereinander viel dann ausgetauscht haben.

00:20:54: Viel getroffen haben, um darüber zu sprechen und sich so gegenseitig irgendwie geholfen haben.

00:21:01: Ich fand aber auch, dass grade in Bezug auf den Trauerraum ... Das haben wir auch in Zusammenarbeit mit der Kirche in Oldenburg organisiert gehabt.

00:21:10: Fand ich, das gibt's jetzt nicht mehr?

00:21:14: Da hatten wir wenig Unterstützung von der Stadt einfach.

00:21:18: Und das kann nicht sein, dass ein junger Mensch in Oldenburg erschossen wird und keine langfristigen Räume zum Trauern angeboten werden.

00:21:29: Aber wir hatten unterschiedliche Gruppen unter Gruppen die sich damit auseinandergesetzt haben und Gruppen mit der Demo auseinandersetzt haben, Gruppen über eine strategische Auseinandersetzung oder politische Forderungen und so weiter gesprochen haben.

00:21:46: Und natürlich dann eine Demo auch für Trauern, für die Trauerräume.

00:21:52: Das waren schon unterschiedliche Gruppen, die sich ... die unterschiedlichen Schwerpunkte hatten.

00:21:58: Und das ist mega wichtig!

00:22:00: Aber gleichzeitig war es uns sehr, sehr wichtig immer alles mit der Familie Astlui sprechen.

00:22:05: Also das mussten wir... also das haben wir auch immer gemacht, ne?

00:22:08: Wir haben nie irgendwas gemacht wo die Familie nicht damit einverstanden war Weil ... ja, weil es uns einfach wichtig war irgendwie ein Sprachrohr der Familie zu sein.

00:22:21: Beziehungsweise ihn eine Bühne zu bieten und ihnen einen Raum zu öffnen, wo sie, sag ich mal ihre Themen da, wo Sie das selbst gestalten können?

00:22:29: Und nicht dass irgendwie ... Ja, selbst da zu viel Raum einzunehmen.

00:22:35: Das ist halt immer schwierig, die sind natürlich auch selber in der ... müssen Zeit haben, um zu trauern.

00:22:41: Manche wollen auch nicht sprechen, manche können auch nicht sprechen und das muss man halt ... Muss man immer wieder auf die zugehen und sagen okay, wollt ihr?

00:22:50: Wenn nicht dann übernehmen wir das aber immer auch diese Tür zu öffnen und zu sagen ey wenn ihr sprechen wollt ne, dann gerne ne also die Tür ist immer offen macht gerne wie ihr wollt.

00:23:03: wir versuchen einfach hier nur euch zu unterstützen Genau.

00:23:09: Aber wir haben jetzt länger über Lorenz gesprochen, du hast schon gesagt, dass du noch nie ... Also oder warst du schon mal auf einer Demo eigentlich?

00:23:18: Ich war vor vielen Demos schon

00:23:20: ja, aber hat dir nicht gefallen...

00:23:22: Warte, warte ganz kurz, der Bogen ist mir zu hart!

00:23:23: Wir müssen es noch ein bisschen sanfter abbiegen.

00:23:26: bitte, bitteschön!

00:23:29: Also okay also meine Frage wäre, versuch das überzuleiten, war das die richtige Form die ihr gewählt habt und bleibt ihr dabei?

00:23:39: oder was ist der Plan?

00:23:40: Oder ergänzt sich das noch irgendwie, wenn wir über Protest sprechen und sagen öffentlichen Protest.

00:23:45: Wir haben einen öffentlichen protest gegen rassistische Polizeigewalt.

00:23:49: Wenn ich es so runterbrechen darf anlässlich einer konkreten Tötung mit Rückgriff auf diverse Fälle im Deutschsprachengraum und quasi das, was historisch an Rassismus sozusagen ... alles vorbereitet hat, wenn man so will.

00:24:07: Ist der öffentliche Protest plus ... der Trauerraum plus die mediale Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und klassische Medien, sag ich mal traditionelle Medien.

00:24:21: war das die richtige Form?

00:24:22: Was wünschst du dir noch?

00:24:23: oder ist es noch andere Formen von Protest dran ergänzend hinzugekommen über die du gestaunt hast?

00:24:29: oder wie hat sich das weiterentwickelt?

00:24:30: also von dieser Gedenkveranstalt, der gedenkt dem oder den Protest.

00:24:36: Welche Wege hat's noch genommen?

00:24:38: Also die Frage würde ich tatsächlich wenn ich die beantwortet hab wieder zurück an dich spiegeln.

00:24:44: weil also wenn ich so darüber nachdenke freihe mich so okay was hatten wir denn sonst machen sollen?

00:24:52: das ist eher die frage die ich mir gerade so stelle.

00:24:56: aber ich glaube zu diesem zeitpunkt war es auf jeden fall des richtige Versuchen Menschen auf die Straße zu bringen und Menschen zu mobilisieren.

00:25:06: Weil, als ich auf dieser Demo war... Ich hab so ein... Also dieses Gefühl auf dieser Demos war unbeschreiblich wirklich.

00:25:14: also Es war.

00:25:16: einerseits waren alle Das war sehr bedrückend Alle waren traurig Und gleichzeitig Wenn man so von der Bühne aus in die Menge geschaut hat Hat man gesehen okay wow Die Familie, die Angehörigen.

00:25:32: Gerade auch die Mutter von Lorenz steht nicht allein.

00:25:36: Da sind so viele Menschen, die für ihn gerade auf die Straße gehen und laut sind.

00:25:41: Und das war, glaub ich ... Für sie, für die An gehörigen, für Freundinnen von Lorenzen ein unglaublich wichtiger Moment, damit Sie wissen, dass sie nicht alleine stehen einfach.

00:25:55: Abgesehen davon ist es natürlich können Demonstrationen auch politischen Druck auslösen.

00:26:01: Und das haben wir auch gemerkt, dass ich sage immer wenn es keinen Gegenwind gibt dann macht ihr irgendwas falsch.

00:26:11: und da haben wir schon gemerkt dass da massiv gegen Wind auch gekommen ist vonseiten der Polizei der Polizeigewerkschaft von seiten auch der Stadt leider also auch politischen Verantwortungsträgerinnen auch der Innenministerin Daniela Behrens und so weiter und sofort.

00:26:27: also das war schon Also Widerstand kamen, weil wir so laut waren.

00:26:31: Gegenwind kamen.

00:26:35: und ich frage mich ... Ich hätte das genauso wiedergemacht, sag' ich mal so.

00:26:42: Es kann aber auch daran liegen, weil ich nicht so krass darin bin, welche anderen Protestform es noch gibt.

00:26:50: Und deswegen will ich das tatsächlich zu dem Ball, die jetzt wieder zu dir schieben und dich fragen Was du für Protestform, für dich selbst auch so gefunden hast.

00:27:04: Weil für mich war das in den letzten Jahren wirklich Demos.

00:27:07: Also ... In den letzten jahren wirklich Dmos.

00:27:11: Weil ich immer auf Demonstration mit Menschen zusammengekommen bin die ähnliche Ansichten hatten wo wir uns austauschen können und so weiter und sofort.

00:27:22: Das hat mir schon oft sehr viel Kraft.

00:27:27: Und ich würde mich interessieren, wie es bei dir ist.

00:27:31: Hm!

00:27:33: Du bist ja auch im Widersetzen-Kontext aktiv?

00:27:35: Muss man dazu sagen ... Also noch mehr Demo und das ist dann vielleicht schon ein Blockade oder?

00:27:40: Ja.

00:27:41: Sag nochmal kurz, weil jetzt hier zu Widersätzen hat der Klingel.

00:27:43: Dann gucken wir mal wo uns das hinführt.

00:27:45: Widersetzend ist eine Bündnis.

00:27:51: Wir organisieren immer wieder Proteste zu den AfD-Parteiltagen.

00:27:56: Ich war in Gießen das erste Mal dabei, hab für Widersätzen auch als Bündelsspreche aufgetreten.

00:28:07: Und ja wir haben die Straßen zu dem Veranstaltungsort blockiert wo sich die Faschistische AfD Jugend gründen wollte und haben es geschafft das Ganze für zweieinhalb Stunden zu verzögern was auch schon ein Riesenerfolg ist.

00:28:28: Wir arbeiten uns immer hoch und am Ende oder hoffen dann, dass sie irgendwann komplett den AfD-Parteitag so gesehen blockieren können.

00:28:40: Und der Nächste ist ja jetzt auch in Erfurt am vierten Siebten.

00:28:42: also ich bin da auch sehr gehypt und ich bin mir sicher, dass da sehr viele Menschen kommen werden.

00:28:49: Vierter Siebter gleich im Kalender Einschränke?

00:28:52: Ich möchte die Stifte krizzeln, hören auf Papier.

00:28:55: Vierter sieht er?

00:28:56: Erford, ja.

00:28:59: Tja also ... zweieinhalb Stunden, das ist Herr Klingbeer-Watz in zweieiner Stunde.

00:29:04: Das macht auf einem Parteitag viel aus!

00:29:06: Das

00:29:06: macht viel aus.

00:29:08: Ja aber was für Aufwände sozusagen betrieben werden müssen um sich mit so im Prinzip in Minuten kalkulieren zu können oder es schon abgefahren, was Zeit bedeutet an der Stelle.

00:29:20: Also meine Meine erste Demo-Auffahrung war meiner Kindheit irgendwann, ich weiß gar nicht genau, Ende der achtziger Jahre.

00:29:29: Also meine Eltern sind ja sechsundachtzig nach Westberlin aus der DDR abgehauen und waren dann ... Und durften dann öffentlich protestieren vorher.

00:29:39: Weil also ne?

00:29:40: Meine Familie hat sozusagen Repression durch die Stasi, durch die Staatssicherheit in einer DDR erfahren.

00:29:47: Mein Vater war auch im Gefängnis und so als politischer Gefangener, weil er den Dienst an eine Waffe verweigert hat.

00:29:53: Das ganze Wehrpflichts Thema ist bei mir riesen, also die Alarmglock.

00:29:59: Mega interessantes Thema gerade

00:30:00: auch.

00:30:00: Ja das ist noch mal ganz eigen so aber vielleicht müssen wir uns da ja auch noch ein Podcast kümmern.

00:30:06: Genau, deswegen für die war halt dann sozusagen im Westen.

00:30:10: Also in West-Berlin ja immer noch im Osten Deutschlands aber im Westteil der Stadt.

00:30:14: das glaube ich ein wichtiges Thema dass sie endlich öffentlich auf der Straße demonstrieren durften ohne Angst zu haben irgendwie kurz oder mittel oder langfristig Inhaftier zu werden so ne?

00:30:29: Das war auf jeden Fall für die eine Art Befreiungsschlag.

00:30:32: Und dann gab es, was war in den Achtzehrjahren so Thema?

00:30:34: Ging es irgendwelche Volkszählungen und irgendwelchen Staatsbesuche von irgendwelchem rechtem Politikern?

00:30:40: oder es ging um ... Also Ausbau von Atomaren.

00:30:46: Irgendwelchen Lagern und Entlagern.

00:30:48: Und was weiß ich ... Aufrüstungen im Sinne der militärischen ... also noch quasi in der Zeit des Kalten Krieges

00:30:57: usw.,

00:30:57: Ich glaube, ich war also vor allen Dingen viel.

00:31:01: Anti-Atom und Anti-Militarismus müssen so die Themen gewesen sein zu der Zeit.

00:31:06: Und ... ähm ... ich war halt noch einfach richtig klein!

00:31:11: Ich war wahnsinnig laufhaul als Kind bis heute ein ganz weltliches Gegenargument zur Demoteile nachher, um ehrlich zu sein ist ganz schwierig laufwohnsinnig ungern.

00:31:21: Und das ist eine freiwillige Entscheidung, mein Problem mit Demos ist sozusagen von da ausgehend.

00:31:27: Es hat natürlich ein bisschen schmutziger Überleitung aber tatsächlich sind Demos für mich an ganz viel Stelle noch so wie es mitbekomme auch so inklusionsaktivistischen Kontexten oft wenig inklusiv.

00:31:40: Also meine Lauffaulheit ist der blanke privilegierte Luxus dagegen.

00:31:49: Ich bin oft tatsächlich, und das ist dann weniger eine Frage vom Bock oder nicht Bock sondern einfach sensorisch wahnsinnig überreizt.

00:31:58: Also mich machen viele Menschen um mich rum ganz schnell sehr nervös.

00:32:02: ich weiß nicht wo ich hingucken soll.

00:32:03: ich habe einfach nur noch so ein flimmer.

00:32:05: ich hab so einen Flirren auf Demos.

00:32:08: ja war dann in meiner Jugend als ich es ein bisschen durch die Antifa probiert habe mal auf einer Rekrutenvereidigung, also auf dem Gegenprotest zur Rekrotenvereinigung.

00:32:18: Da sind wir wieder bei der Bundeswehr.

00:32:19: Es muss so, sieben, neunzig, achtneinzig oder so gewesen sein.

00:32:24: Da habe ich noch richtig kleh'n und da war Da waren wir, ich weiß nicht.

00:32:28: Ich war das vom Rathaus oder im Bändlerblog und an die der Bändlarblog wurde später erst zur Recruiting von der Bundeswehr genutzt.

00:32:33: Da muss es vom Roten Rat aus in Berlin gewesen sein oder so.

00:32:36: Spannender war Straße ja, ich queset was.

00:32:38: Jedenfalls ... ähm, ich war vierzehnmalig.

00:32:40: Und das Ding war nämlich... Ich hab da, wurde mir der Arm gebrochen auf der Demo.

00:32:44: Ich bin in so einer Rangelei gelandet.

00:32:49: Der Kopf hat den ... hat irgendein Typen vor mir geschubst hab ich noch vor Augen und dieser Mann, der geschubst wurde, flog auf mich drauf.

00:32:56: Ich bin halt auf dem Asphalt geknallt und war dann halt ... es war der erste Feriendienstag oder so meine ich in den Sommerferien und war einfach sechs Wochen eingegibst.

00:33:04: War nicht so geil!

00:33:05: Und da war irgendwie das ... also jetzt bin ich schon mal hier, jetzt wird mir noch was kaputt gemacht.

00:33:10: Genau.

00:33:11: Also... Es ist laut, es ist viel.

00:33:14: Also alles das was eigentlich für ganz viele Leute gut ist, ist für mich einfach überhaupt nix!

00:33:19: Ich bin ganz schnell überfordert ich will weg mir's heiß, mir is kalt, ich muss pularen... Alles ist scheiße!

00:33:24: Ich hab meine leute verloren.

00:33:26: Das geht nicht, ich fühl mich wahnsinnig unwohl.

00:33:29: Bis heute, also ich glaub die letzte ich war auf einer... Also rund um die Inhaftierung von Tomas Salihé dem iranischen Rapper war ich jetzt vor letztes Jahr, letztes vor letztem Jahr immer wieder auf Demos in Berlin, aber ich bin nach einer halben Stunde fertig mit dem Nerven.

00:33:45: Es tut mir leid ... Ich weiß nicht, ob das jetzt gesottene Demo-Gängerin da ist und sagen, was für ein Tieralter!

00:33:53: Plus, wenn mir wirklich noch dazukommt, wann darf es sich unterschätzen?

00:33:55: Ich bin Mutter.

00:33:56: Wenn ich irgendwo in den Kesselgeraden und Pfeffern in Augen hab... Ich muss halt irgendwie nach Hause kommen und mich um meine Familie kümmern.

00:34:04: Ich find das sehr interessant.

00:34:07: Das ist tatsächlich für mich eine neue Perspektive, muss ich jetzt an dieser Stelle sagen.

00:34:12: Die Frage ist aber wie kann man denn jetzt Demos inklusiver gestalten?

00:34:18: Oder kann man Demos überhaupt inklusiva gestalten für Menschen, die ... Für denen das vielleicht zu viel ist?

00:34:25: Ich kann mir das natürlich so reizüberflutung.

00:34:27: Natürlich, das kann ich mir mega irgendwo auch voll verständlich, weil es einfach viel zu viel is'.

00:34:35: Aber denkst du, dass man Demos in der Hinsicht inklusiver gestalten kann oder andere Formen der Proteste nutzen muss um andere Menschen auch oder mehr Menschen mitnehmen zu können?

00:34:49: Also ich will auf gar keinen Fall die Demo an sich kleinreden.

00:34:51: Die Öffentlichkeit sozusagen abseits der Digitalität ist natürlich einfach hat nicht ohne Grund so eine lange Tradition.

00:34:59: weil Demos geht es ja darum erstmal irgendwie ein Thema zu setzen und eine Öffentlichkei zu schaffen Ähm, äh ... um dann sozusagen zu argumentieren.

00:35:10: Inhaltlich zu überzeugen über Redebeiträge und Schilder

00:35:13: usw.,

00:35:14: auch zum Beispiel die Frage, wo geht eine Route lang?

00:35:16: Ist ja auch ne Frage, kann man inhaltlich quasi sich durch den öffentlichen Raum bewegen.

00:35:22: Um dann halt wie noch immer man in welcher Form überzeugen will.

00:35:25: Und dann quasi im dritten Schritt diejenigen, die entscheider sind oder die Macht haben denn oder diejenigen das ausüben, wogegen man sich richtet.

00:35:36: irgendwie in eine Situation zu bringen, sich zu verhalten.

00:35:39: Zu der gesamten Sache natürlich im besten Fall zum Sinne des Anliegens.

00:35:43: und manchmal sind es halt eben Politikerinnen und manchmal ist es aber auch keine Ahnung cis Männer.

00:35:48: Manchmal ist es die Gesellschaft an sich, wenn's um Klimafragen geht sind wir auch irgendwie alle gefragt oder den Druck aufs Üben, keine Ahnung, Politik und Wirtschaft dann eben zum Beispiel usw.

00:35:58: Also die Demo an sich ist total wichtig und ich bin immer dankbar und froh, wenn ich mitkriege dass sich Proteste, öffentlicher Protest irgendwie regt und das halt nicht nur quasi in Nullen-und Einsen entlang der in einer digitalen Welt passiert sondern wirklich draußen.

00:36:12: und ähm ... Es ist sichtbar und hörbar.

00:36:16: aber Ich glaube, dass tatsächlich... Es sind viele Faktoren, die es schwierig machen für Menschen.

00:36:25: Zum Beispiel wenn Alkohol oder andere Dinge konsumiert werden.

00:36:33: Das wird schwierig, das ist für viele Menschen.

00:36:36: Ich kann es bei mir auch ein Punkt.

00:36:39: Seit vielen Jahren lebe ich ja alkoholfrei

00:36:41: und trage ... Ich trink kein Alkohol, deswegen kann ich das voll gut verstehen.

00:36:44: in so besoffene junge Menschen oder Männer?

00:36:48: Ganz schwierig!

00:36:50: Dann lass noch die Sonne von oben ordentlich rufkommen, dann wird nochmal nachgegoren im Inneren sein.

00:36:56: Nicht gut.

00:36:57: Also, das ist zum Beispiel ein Punkt, wenn man sagt, ey, man einigst sich darauf.

00:37:00: Leute, lass uns bitte einfach das Nüchtern machen, weil wir viel besser aufeinander aufpassen können.

00:37:04: Das wäre so ein Punkt für eine grundsätzliche, sozusagen die ... Das Zweite ist natürlich, wenn der Demo groß genug ist, dass man Blöcke machen kann, kann man ja auch gucken, wer steht wo?

00:37:15: Wer läuft mit wem?

00:37:16: Man kann es inhaltlich sortieren, aber auch nach Fragen von, keine Ahnung quasi ... Sensorischen oder ... Neurodiversen Aspekten oder so irgendwie abfangen.

00:37:27: Also es ist klar, dass bestimmte Leute müssen halt nicht direkt hinterm Lauti-Wagen sein, weil's ist einfach denzu doll, die sind weiter hinten besser aufgehoben ja?

00:37:36: Oder eine Routenplanung ist zum Beispiel auch noch wichtige Frage.

00:37:41: also zu sagen kommen ist wie barriere reduziert ist der Weg?

00:37:45: Also wo müssen wir lang?

00:37:48: Wie ist das auch zb mit?

00:37:51: Also, wie lange ist die Strecke?

00:37:53: Es gibt Demos.

00:37:54: Die sind dann unwahrscheinlich lang ... Und es hört gar nicht auf!

00:37:57: Ich hab den ersten Slutwalk in Deutschland mitorganisiert.

00:38:04: Das war so eine Demo gegen sexualisierte Gewalt.

00:38:09: Patrischale Sexualisierte-Gewalt und wir haben diese Demo viel zu lang gemacht.

00:38:14: Anfang Augusten war's so heiß.

00:38:15: Alter, das war so heiß!

00:38:18: Wir waren so mit dem Inhalt beschäftigt, dass wir nicht mehr an bestimmte Sachen gedacht haben.

00:38:25: So gibt es jetzt wo Wasser?

00:38:27: Kommen wir an ausreichend Spätis vorbei damit man nach ... was er kaufen kann oder so, ja.

00:38:32: Oder auch ... Es gibt zum Beispiel auch so Barriereduktionen.

00:38:35: Also so ... Ich glaub auch sogar eine App oder so.

00:38:38: Das ist ne Website, wo man klassische Demo-Routen abfragen kann nach wie barriereduciert die sind im Sinne von, weiß ich nicht, abgesenkte Bordsteine funktionierende Aufzüge.

00:38:50: Auch rollstuhlgerechte Toiletten und so weiter in öffentlichen Orten und so.

00:38:54: Und das sind dann Dinge, die mitgedacht werden können.

00:38:58: Und noch ein ganz wichtiger Punkt, und das ist ja was mir quasi so sehr echt diesem Podcast jetzt schon liebe.

00:39:04: So sehr liegt mir das ganze Thema laut sein auch im Magen als jemanden die sich mit Gebärdensprachen und tauben Communities befasst also es für Taubeleute zum Beispiel echt wahnsinnig witzlos zu sehen dass da vorne jemand redet und der Inhalt wird nicht übermittelt.

00:39:24: und das geht ja nicht nur Für also eine Übersetzung Deutsch, deutsche Lautsprache, deutsche Gebärdensprache.

00:39:31: Sondern natürlich auch andere Sprachen.

00:39:36: Boah!

00:39:36: Also ich finde das mega interessant.

00:39:40: und dass es diese inklusive Demos um ehrlich zu sein... Ich habe so nicht darüber nachgedacht muss ich sagen.

00:39:52: bei unseren Demos war das waren auch natürlich Menschen dabei, die zum Beispiel im Rollstuhl saßen.

00:40:00: Ich habe aber jetzt keine Menschen ... ich weiß nicht von Menschen, die irgendwie darauf angewiesen waren dass es irgendwie übersetzt wird also Gebärdensprache und so weiter und sofort.

00:40:13: Aber ich finde das... ich glaube darüber muss man eigentlich mehr sprechen und mehr reden sich damit auseinandersetzen, wenn man Demos organisiert.

00:40:26: Das nehm ich auf jeden Fall mit, das hab ich mir aufgeschrieben.

00:40:28: Das ist ein wirklich sehr ... sehr wichtiges Thema.

00:40:33: Du hast vorhin Alkohol ins Spiel gebracht und das hat... Ich hab dann direkt an den ersten Mai gedacht.

00:40:41: So irgendwie weil für mich, ich hab wirklich ohne Spaß, ne?

00:40:49: Als ich Als ich gesehen habe am ersten Mai, ich war zu Hause glaube ich sogar.

00:40:53: Weil ich Unisachen machen musste und dann habe ich über Instagram in Instagram so gescrowt und hab gesehen Boah im Berlin geht es ja richtig ab.

00:41:04: Also da sind alle irgendwie umsaufen Und die Proteste sind ja so mega groß und so, auch sehr viele junge Menschen dabei.

00:41:15: Und ich hab mich dann gefragt, seit wann ist der erste Mai eigentlich eine Sauveranstaltung?

00:41:23: Also ne Sauveranstaltung!

00:41:26: So... und wieso?

00:41:30: Wer ist da?

00:41:31: Also wer ist da?

00:41:32: und würden dieser Menschen auch kommen wenn es nicht nur um ... also Ich weiß, es geht natürlich nicht nur umsaufen.

00:41:40: Also ich hoffe auch, dass die Menschen, die da hingegangen sind ... Nicht nur für die Konzerte dahingegangen oder so.

00:41:47: Aber ich hab mich das schon gefragt, ob das jetzt ... Ist das noch Protest?

00:41:53: Oder was ist das genau?

00:41:55: Wie siehst du darauf?

00:41:59: Ja also, ich bin leider echt nicht weit vom Dogmatismus entfernt, wenn's ums Thema Alkohol geht einfach weil ich selber meiner Veranheit auch echt mehr gesoffen habe als ... für alle gut war.

00:42:11: Und ich bin halt mich quasi rückwirkend so hart darauf sensibilisiert, dass ich das gar nicht mehr kann.

00:42:16: Also ich kann einfach betrunken Leute und ich komm' nicht klar.

00:42:19: Ich werd wirklich... Ohohohoho!

00:42:25: Da wären die vielen Jens dünn bei mir.

00:42:29: Ja, natürlich ist es... ich glaube das gibt eine Eventisierung von Demonstrationen müssen wir uns einfach klar machen.

00:42:34: Und natürlich also keine Ahnung.

00:42:37: Es gab ja dann zum Beispiel, ich weiß jetzt auch gar nicht auf welchen Platz weil ich bin ja auch gar in Berlin schon lange nicht mehr im Brandenburg und war jetzt auch bei der an einem am ersten Mai dann nicht dabei.

00:42:47: Ich weiß gar nicht, aber Kreuzberg hat ja halt ein paar Spots, ein paar Plätze wo dann üblicherweise stattfindet.

00:42:52: Das gab ja dieses Jahr echt großes Konzert unter anderem mit Iggy Mail Was total nice ist, wenn die Bock hat irgendwie so einen Tag zu supporten.

00:43:01: Aber die Kritik war ja, dass sie quasi die Leute von der Demo abgezogen haben mit ihrer Popularität oder sagen wir mal dem Sensationalismus, der mit ihrer Popularität eingeht.

00:43:09: Die Leute wollen halt gucken kommen, wie macht ihr das?

00:43:14: Und ich weiß nicht ob es den Demozug geschwächt hat, ob da jetzt wirklich auch Leute sich anders entschieden hätten, Ich hab auch noch im Nachgang ein Statement gelesen von einer Band, die meinte, hätten wir gewusst, dass wir das quasi ... sagen wir mal, die Aufmerksamkeit ein bisschen ableiten.

00:43:36: Hätten wir dazu nicht gemacht?

00:43:37: Dann hätten wir nicht parallel zur Demo gespielt, sondern vorher nachher anderer Tag irgendwas.

00:43:43: Also da gab's auf jeden Fall auch einen Denkenseiten des Theaters ja.

00:43:45: Aufgetreten sind.

00:43:46: Na klar ist es geil, Alter!

00:43:47: Wenn du als Band gebucht wirst und weißt, an dem Tag gesehen zu werden, dass man grade Bands jetzt nicht schon seit ... Dreißig Jahren politische Mucke machen, sondern sie sich gerade erst da arbeiten.

00:43:57: Das ist natürlich voll die Ehre.

00:43:58: wenn man jetzt von einer Demo-Orga oder für Veranstaltungsorganisation gefragt wird ob man da spielen will und so weiter.

00:44:07: Gerade wenn dann auch noch andere große Namen mit auf dem Lineup stehen, dann sagst du natürlich nicht nein das ist ja klar.

00:44:12: also man darf nicht vergessen Natürlich machen wir das alle für die Sache, aber wir machen es natürlich auch weil wir das irgendwie geil finden auf der Bühne zu stehen.

00:44:19: Sonst würden wir das ja nicht machen.

00:44:21: und wie sehen ist dann ist es natürlich eine Form von Kapital zu sagen zu können ich hab hier irgendwie zwei tausend sechs zwanzig Jahre.

00:44:26: Ich habe mir erst mal gespielt mit einem Kreuzberg war ein riesen Ding damals Ja war so riesig dass Leute da hinten weggekippt sind Und was das Sicherheitskonzept nicht so geil war und so weiter und sofort.

00:44:35: also es gab jetzt irgendwie keine Massen Panik und jetzt irgendwie Riesen Sanitäts Einsätze und so.

00:44:40: Aber war schon auf jeden Fall wie man es vereinzelt gelesen hat.

00:44:45: Ja, und die Leute auf der Demo fanden's eher ungeil, dass das parallel lief ... Waren dann so fair nicht den Artists die Schuld zu geben sagen, hey seid ihr kacke?

00:44:54: Warum spielt er, wenn wir hier protest demonstrieren und sagen, liebe Veranstaltenden, funktioniert das nicht?

00:44:59: Müssen wir anders takten oder nacheinander laufen und nicht parallel.

00:45:04: Aber was ich z.B.

00:45:05: total schräg fand war, erinnerst du dich an dieses Geheimtreffen von so CDU-Land, AfD-Lan, Identitären und anderen Potsam im Ende der XXIII.

00:45:14: Das kam dann durch die Korrektiv-Recherche anfangs Vierundzwanzig in die Öffentlichkeit.

00:45:18: Und denn gab es ja auch plötzlich im Januar Februar ganz viele Demos.

00:45:23: Und bundesweit ... Die waren riesengroß und alle haben sich eine kleine Schild gemalt.

00:45:27: Man ist dann Sonntag mit der Familie dahin und hat da demonstriert uns ... Ich war oft einer von denen aber auch wirklich ... Er war dann mit einem Freund verabredet und wir haben uns nicht gefunden, weil der Teddy-Netz war komplett weg.

00:45:39: Aber einfach zu viele Menschen da waren.

00:45:41: gut für die Sache.

00:45:42: aber die Frage ist ein bisschen ... Haben wir jetzt wo?

00:45:45: Wo war denn der Effekt?

00:45:47: Also wenn dann am Ende irgendwie, weißt du, so Regierungspolitiker und das war ja noch Ampelzeiten.

00:45:51: Plötzlich auch ihr Selfie von der Nemo verschicken ...

00:45:55: Jungs!

00:45:55: Jungs, ihr seid mit in dem gleichen Sumpf unterwegs.

00:45:59: Seid ihr jetzt eigentlich hier?

00:46:01: Geht mal eure Arbeit nach und macht mal keine Kackkoalition.

00:46:04: Und haltet euch mal bitte an eure ... Haltet euch mal an eure Inhalte.

00:46:11: eigentlich so ... Versteh ich nicht.

00:46:14: Also zu sagen, wenn das quasi ... Und das ist ja eh auch quasi ... wird ja so progressiv im Kontext immer unterstellt, dass man es einfach viel macht für die moralische Überlegenheit, für den Fame, weil man sich gut fühlt.

00:46:28: So Virtue Signaling, diese ganzen performativen Vorwürfe, die damit einhergehen und so.

00:46:35: Ist natürlich als rechte Kampffloske leicht ausgesprochen.

00:46:40: Aber manchmal frage ich mich auch, wo sind die bei den anderen Themen?

00:46:46: Bei den anderen Demos oder so.

00:46:48: Also ... Ich find Potsdam und so, das war tatsächlich im Februar fünfundzwanzig da hab' ich... Das war meine erste Demo, wo ich überhaupt gesprochen habe.

00:46:58: By the way!

00:46:59: Und das war auch ... Das war gar nicht so lange her.

00:47:04: Nee, fünfzwanzzig?

00:47:05: Nee, vierundzwanziger war das.

00:47:07: Genau, Februar, February, April, wo ich das erst mal auf einer Demo gesprochen hab.

00:47:11: Und das war wirklich unglaublich!

00:47:12: Aber in Bersenbrück, da wo ich herkomme ... eher dörfliche Struktur, tausend Leute auf der Demo, Menschen die geweint haben... Ich war die einzige Person, die irgendwie Rassismus-Erfahrung gemacht hat und gesprochen hat auf der Bühne.

00:47:27: Und alle so, boah wir wussten nicht wie schlimm das ist.

00:47:30: Aber ja es ist auch nochmal eine andere Sache.

00:47:35: Ich frage mich tatsächlich aber nicht, also auch ob das nicht auch eine ... ein Win ist.

00:47:43: Also, ob es auch nicht was Gutes ist?

00:47:45: Weil ich sehe so ne Vermischung zwischen Protest und Popkultur.

00:47:51: Und dass kann halt... Damit kannst du halt auch echt andere Menschen erreichen!

00:47:57: Das ist mein Take, tatsächlich.

00:47:59: Ich hab Menschen die normal nicht auf ner Demo gehen würden.

00:48:03: würdest du durch so was eher erreichen, dass die da hinkommen?

00:48:07: Und dann muss man gucken, dass man das irgendwie vermischt.

00:48:10: Sowohl die Künstlerin, die dann singen als auch dann die politischen Inhalte, die übermittelt werden und ich kann mich jetzt auch dreieinander zum Beispiel widersetzen, hat jetzt ein Video gemacht, ein Mobi-Video wo auch Künstlerin dabei sind, die sich auch stark machen für die Sache.

00:48:31: Also ich sehe das voll weil ich denke ... Boah, grade so ... ich weiß nicht.

00:48:36: Grade bei uns in der jüngeren Generation, würd' ich jetzt sagen, wenn ich darf?

00:48:40: Ähm ... holst du einfach mehr Leute damit ab!

00:48:45: Weil ich hab das Gefühl, dass auch ... boah, ich weiß noch, wir waren im Kontext von Polizeigewalt und sowas, waren wir mit paar Jungs aus Oldenburg in Berlin auf einer Demo.

00:48:58: Und da haben die Leute gesprochen... Dachten wir alle so, wieso sprechen die?

00:49:04: Wir verstehen nichts.

00:49:06: Also da ist auch eine sprachliche Barriere da, weswegen viele Leute einfach nicht zu solchen Demos gehen.

00:49:14: und durch Musik, durch Popkultur kann man da einfach viel mehr Leute abholen.

00:49:21: Man muss natürlich gucken dass da ne Balance ist aber ...

00:49:26: Wir sind auf demselben Blatt.

00:49:28: Vielleicht hab ich auf mehr Demos gespielt, als ich Demonstrantin

00:49:31: war.

00:49:31: Muss ich jetzt

00:49:31: in meiner Schande gestehen tatsächlich?

00:49:35: Ich spreche von dem hohen Ross aus, was sich hier gerade anklage... Also ich hab letzte Woche auf einer Demo gespielt, meine Güte.

00:49:44: Zum Europäischem Protestpark zur Gleichstellung von Mensch mit Behinderung.

00:49:49: Ich finde das gut und wichtig, dass Bands das machen.

00:49:52: Mich nervt nur wenn sozusagen Bands es machen um einfach gerade den Schick von politischen Proteste abzugreifen.

00:50:00: Und sonst haben sie aber ihre Deals mit irgendwelchen windigen Brands oder irgendwelche schissenen Tech-Konzern oder so weißt du was?

00:50:06: Ich will mehr Substanz bei den Leuten auf der Bühne bei den Leuten, die aus der Parteipolitik sich das zu nutze machen und auch bei jeder einzelnen Demonstrantin, die da mitgeht.

00:50:16: Weil ich will von euch ... Ich will nicht dass ihr nur die Demos supportet, die euch betreffen, sondern ich will, dass ihr auch die Demas teilt, die nicht euer Business sind!

00:50:26: auch mal zu einer Demo geht, wo er nicht denkt.

00:50:28: Das passt jetzt ganz gut für einen Wochenplan!

00:50:32: Ich finde dieses Cherry-Picking eher schwierig und es müssten jetzt nicht alle ihr komplettes Leben auf Aktivismus ausrichten.

00:50:38: aber irgendwie zu sagen, da gehen wir mal hin.

00:50:42: Oh Mensch, da drehen wir noch ein Piccolochen vor her, weißt du?

00:50:44: Und dann machen wir das irgendwie nett ist eigentlich auch okay, aber ich brauche irgendwie mehr Zuverlässigkeit.

00:50:51: Ich brauche mehr Substanz und mehr Zufallessigkeit!

00:50:53: Ich wünsche mir einfach eine Gesellschaft so sehr für die das total normal ist ihr Ding zu finden ihre aktivistische Artikulation eine Sache oder fuffzig und einfach dass sie dran bleiben und es nicht mal anprobieren wie ne Jacke sondern wirklich da reinwachsen.

00:51:10: Ich will, dass es deren Haut wird und nicht irgendeinen Accessoire so ... Das ist was ich mir wünsche!

00:51:16: Und dann sehe ich halt an ganz vielen anderen, die sind super wichtig.

00:51:19: Da kommt kein Mensch, weil der nicht in einer Abendschau stattgefunden hat oder so, der Bericht darüber weißt du?

00:51:25: Oder wo man auch sagt, okay, das ist irgendwie ... Es ist halt irgendwie keine ... Genau.

00:51:30: also ich glaub diese Eventisierung, wenn's zu nett ist, machen wir mal, oder?

00:51:34: Ist doch ja zu nett.

00:51:35: So, das wormt mich dann.

00:51:39: Ja, genau.

00:51:39: Und das ist nämlich die Frage... Ich habe darüber nachgedacht, weil ich glaube in unserem aktuellen Post-Hate so ein Podcast postet und in deinem Zitat steht für mich,

00:51:46: glaube

00:51:47: ich.

00:51:47: Warte was steht da nehm' ich?

00:51:48: Dass du sagst mir auch was.

00:51:49: zur Frage von Was ist Revolutionär?

00:51:52: Je mehr wieder schon es gegen deinen Protest gibt, desto mehr revolutionäres Potenzial hat er.

00:51:56: Ah ja, genau!

00:51:57: Okay, jetzt sind wir mit der Frage Was ist revolutionär?

00:52:01: wann ist protest revolutionär ?

00:52:03: Was ist das revolutionäre Potential?

00:52:07: Wow, das macht jetzt noch mal ...

00:52:11: Komm, ein paar Minuten haben wir noch.

00:52:13: Hast du eine Idee dazu?

00:52:14: Wie würdest du es fassen?

00:52:16: Also ich verstehe, dass was ich darunter verstehe... Ich hab'n Problem damit immer nur zu reden Sachen irgendwie zu reden und nur an der Oberfläche Sachen anzuschieben oder zu verändern krasse strukturelle Hebel umdrehen.

00:52:41: Wir brauchen einen Turning Point, also es muss in die andere Richtung gehen und nicht nur so ein bisschen nach links bis nach rechts.

00:52:51: Also wir brauchen klare struktuelle Veränderungen und Richtungswechsel generell in unseren politischen Dingen.

00:53:00: Und das was mich ja generell immer stört ist zu hören was nicht geht.

00:53:06: Also das stört mich sowieso immer.

00:53:08: Wir denken, wir sind immer in diesem Denkmuster ... Nee, das geht nicht!

00:53:12: Das passt nicht ins System rein.

00:53:15: Wir müssen aber out of the box des Systems.

00:53:18: Das System muss sich verändern und dann ist es für mich revolutionär, würde ich sagen.

00:53:24: Wie ist es bei dir?

00:53:26: Ja, oh die Propaganda der Tat.

00:53:31: Wo da natürlich auch ... umgedeutet sozusagen als quasi anarchistisches, historisches Prinzip zu sein.

00:53:38: Dass sich die Inhalte aus dem ableiten was spürbar wird so.

00:53:46: Ich hab gedacht, wenn revolutionär ist es dann, wenn das nicht mehr vereinnahmbar ist durch etablierte Strukturen?

00:53:54: Wow!

00:53:55: Also weißt du was ich meine... also du kannst nicht nur eine App machen, die du im Abo für sieben Euro neunzehnte im Monat ziehen kannst.

00:54:00: Du kannst, es gibt keine Produktförmigkeit, die daraus machbar ist.

00:54:04: Und der Staat kann auch nicht sagen, ach, das ist ja nett hier, guck mal!

00:54:06: Das ist aber schön wie ihr das macht.

00:54:08: Erinnerst du dich noch als Boris Pistochus meinte, ah, das sollen die mal demonstrieren?

00:54:11: Ja klar wir sind ja eine Demokratie, sollen sie mal demonstrieren gegen unsere Werflicht und irgendwann wird er... Aber dann kommen Sie auf einmal an und jagen die jungen Menschen mit dem Verfassungsschutz, weißt du?

00:54:20: Und quatschen die voll.

00:54:21: Da gibts nämlich gerade ne ganz interessante Entwicklung.

00:54:24: ich habe große Hoffnungen unterstützt, sehr sehr sehr dass junge Menschen auf die Straße gehen.

00:54:28: Ich will doch die Videos.

00:54:30: Die Realty ist hier zur Bewerbung.

00:54:32: Das war jetzt, glaube ich, die dritte große Schulstreik gegen Wehrpflichtgeschichte und es ist auch ein Streik, weil's so das auch noch mal anders ... Ich finde das gut, wenn sich das einfach richtig hinsetzt und sagt nee Alter!

00:54:44: Ist nicht eine Demobilabernier nicht?

00:54:46: Wir streiken.

00:54:47: Wir reden nicht, wir machen nicht mit euch.

00:54:49: Ist nicht.

00:54:49: So fällt aus.

00:54:52: Wenn es dich nicht mehr aufkaufen lässt.

00:54:54: Und das braucht natürlich viel Integrität eine Menge Mut und natürlich auch bestimmte Voraussetzungen.

00:55:00: Oder sind wir wieder bei der Frage von Inklusivität usw.

00:55:04: Es kann nicht jeder losrennen, sich irgendwie mit Nazis boxen.

00:55:11: Das geht alles nicht, das muss man alles mitdenken.

00:55:13: Aber sozusagen ... es musste gar keine gewaltförmige ... Und es ist jetzt gar nicht ein grundlegendes Argument gegen Gewalt.

00:55:20: Ich bin kein Pazifistin im Sinne von Man muss die andere Wange hinhalten.

00:55:25: Ich bin Pazifistin im Sinne von, ich hab keinen Bock, dass irgendjemand für einen Staat sterben soll.

00:55:29: Oder im Namen eines Staates jemand anderes töten, regt mich fürchterlich auf und keine nicht mehr der Funken einer Logik

00:55:35: darin.".

00:55:36: Aber tatsächlich habe ich recherchiert, dass eine interessante Protestforscherin Erica Chenoweth heißt.

00:55:43: Die hat rausgefunden, die hat mit ihrem Team geforscht und sich ein paar mehr als dreieinhalb Protestformen der letzten hundert Jahre reingezogen.

00:55:52: Und sie haben festgestellt, dass diejenigen besonders erfolgreich waren, die gewaltfrei waren weil sie in ihrer gewaltfreien Form die Gewalt auf die Sie sich beziehen besonders sichtbar gemacht haben.

00:56:06: Und das schließt total an das, was du gesagt hast.

00:56:09: Also je stärker die Repression sozusagen ist, die dann dagegen sich bildet zum Beispiel durch den Staat desto effektiver ist es, desto deutlicher, destso präziser und pointierter ist dieser Protest selbst wenn er komplett gewaltfrei funktioniert.

00:56:23: oder gerade dann fand ich sehr interessant.

00:56:25: Und die sagt nämlich zum Beispiel auch, der Frage der Wirksamkeit, es wiegt jetzt alle doch in den letzten drei Minuten Quetschen verlassen?

00:56:31: Die reden weiter und die schneiden das zusammen!

00:56:35: Und mit diese ist die liebe Redaktion gemeint.

00:56:38: Die hat nämlich herausgefunden also dieser Kipppunkt erreicht so wirklich eine Veränderung zu bringen.

00:56:44: ja und die Frage ist irgendwie nach einer Demo oder noch mal fünfzig Jahren obendrauf Aber drei Komma fünf Prozent der Bevölkerung braucht es in der Unterstützung, um ein Protest ... eine Protestbewegung wirksam werden zu lassen im Sinne einer Nachhaltigkeit.

00:57:01: Also das würde für

00:57:02: Deutsch ... Es muss gewaltfrei sein

00:57:05: damit man ... Ist wahrscheinlicher also genau.

00:57:08: Ich frag mich grade nur ob das vielleicht so ist weil's bequemer is?

00:57:14: Also ich denke wenn ich so ... Das ist ja echt ein großes Thema, so ... Gewalt auf Protesten.

00:57:23: Ist ja immer so'n Thema.

00:57:24: Das ist was vielleicht auch einem unterstellt wird, ihr wollt Gewalt und so.

00:57:29: Das kommt auch bei uns zum Beispiel im Kontext von Widersätzen kam das, im Kontex von Lorenz kam das auch ne?

00:57:37: Und wenn ich so... Und dass es jetzt am Ende echt ein harter Cut aber wenn nicht an ... internationale, also die internationale Perspektive sehe oder auch die historische Perspektiven von Protesten und auch Proteste in Amerika oder USA.

00:57:58: Die schwarze Bürgerrechtsbewegung oder auch Bewegungen auf dem afrikanischen Kontinent gegen Kolonialverbrecher dann hat sehr vieles nicht ohne Gewalt funktioniert.

00:58:14: Also Also, deswegen ist die Frage okay.

00:58:19: Kann Revolution ohne Gewalt?

00:58:21: I don't know!

00:58:22: Das ist glaube ich eine Frage, die man sich irgendwie stellen muss.

00:58:26: Und natürlich ist auch die Frage welchen Gewaltbegriff liegt man dem zugrunde?

00:58:29: ne?

00:58:29: Safe

00:58:31: Ja also ich glaube sie hat da wirklich so einen Effizienzgedanken einfach so.

00:58:36: Nee, Effektivität ist es nicht effizient anstelle.

00:58:39: Ah wurscht...also das was klappt?

00:58:40: ja Und das war sozusagen die Auswertung dessen, dass bestimmte... Also ich glaube dann geht es halt darum, dass es sich einen Protest ist der sich an den Start oder so richtet.

00:58:50: Der will sich natürlich nicht erpressbar machen.

00:58:51: wenn jetzt irgendwie keine Ahnung Menschen irgendwie entführt gekidnappt getötet sonst was werden sie denn sagen?

00:58:56: wir werden denen doch jetzt nicht nachgeben wissen wer das so nicht funktioniert.

00:59:01: und dann ja aber Ich glaube das ist also wie gesagt ich bin keine finde Gewalt in ganz und auch ganz klassische körperliche Gewalt an ganz vielen Stellen sehr nachvollziehbar.

00:59:13: Ich finde nicht, dass man sich ... ich bin immer für eine ... jeder Person sollte sich gut selbst verteidigen können.

00:59:20: Rufen wir hier mit zur Gewalt auf?

00:59:23: Nee!

00:59:23: Zur Selbstverteidigungsfähigkeit.

00:59:25: Nicht zur Wehrhaftigkeit im Sinne der Bundeswehrhaftigkeit sondern zur Selbstverteilung im Sinne von Leib und Leben.

00:59:31: und die Personen neben mir möchte ich verteidigung können.

00:59:33: Ich möchte in der Lage sein jemandem, der angegriffen wird beizustehen und der Person, was tierisch aus Maulhauen zu können, die da loslegt.

00:59:42: Aber das ist ... Boah, Suki!

00:59:43: Oh

00:59:45: ja?

00:59:45: Steile Tee, nein.

00:59:47: Dafür möchte ich in der Lage sein.

00:59:48: Ich möchte nicht daneben stehen und sagen, ich weiß nicht welche Hebel ich ziehen, trecken, knöpfe betätigen muss.

00:59:56: Ich wünschte das Personen, dass sie sich das zutrauen können.

00:59:59: Sich zu wehren gegen Gewalt.

01:00:00: Suki, ich hätte mega gerne noch mit dir über ... wie sich Proteste entwickelt haben in der Zeit, wie Proteste jetzt auch der Gen Zee in anderen Staaten sind auf dieser Welt.

01:00:14: Wir haben aber mit der Zeit kommen wir ein bisschen enger und deswegen würde ich vielleicht wenn es okay ist einen Cut hier an dieser Stelle machen und dich fragen ... Und dich fragen was du heute so mitgenommen hast?

01:00:31: Ich fand das Gespräch Also megainteressant, unterschiedliche Perspektiven.

01:00:36: Aber was nehmst du heute so mit?

01:00:40: Also noch mal die Erinnerung daran ... dass wir das alles schaffen können!

01:00:46: Wir können auch sehr kurzfristig, wenn wir uns gut organisieren.

01:00:49: Ich glaube also zu sagen, dass fast du skizziert hast da zu Beginn davon, in welcher Kürze derzeit ihr nach der Tötung von Lorenz euch ins Handeln begeben habt und ... in Infrastrukturen zusammengeführt habt, um quasi sowohl die Trauerarbeit zu integrieren als auch die politischen Forderungen.

01:01:12: Als auch sozusagen also Mutwut und Trauer zusammengebracht.

01:01:18: Und das Innerformen der sich Leute beteiligen können ist jetzt irgendwie nicht eine exklusive kleine Runde sondern dass ihr wirklich geöffnet habt bei all diesem Verschluss.

01:01:29: das beeindruckt mich sehr und erinnert mich daran, dass es halt möglich ist.

01:01:33: Und auch, dass sie jetzt über so ... über ein Jahr und darüber hinaus sozusagen diese Kontinuität schafft, beeindrucket mich auch sehr.

01:01:42: Das find ich schön zu hören im Sinne von Menschen identifizieren sich und politisieren sich auch darüber.

01:01:52: Ich finde diesen Satz irgendwie denn hat es doch noch einen Sinn gegeben oder drinnen?

01:01:56: Super schwierig!

01:01:57: Ähm ... aber ich bin dankbar dafür, dass Menschen die sich selbst in derselben Gefahr begeben, die quasi der Anlass war für den Protest.

01:02:10: Dass ihr euch so zusammentut und natürlich ärztlich sehr das gleich zu Beginn auf alle Verwiesen hast, die noch dabei waren und dabei sind.

01:02:19: Du hast mich darauf hingewiesen?

01:02:21: Ich hab gesagt du bist mit drin, hast gesagt nein, nicht wirklich alle möglichen

01:02:25: Augen.

01:02:26: Ah okay, ja

01:02:26: stimmt.

01:02:28: Und ja, und auch noch mal die Erinnerung daran.

01:02:30: Das hat vielleicht meine Absolutheitsansprüche.

01:02:33: irgendwie alle müssen nur aus den höchsten, herrsten Gründen auf eine Demo gehen oder sich irgendwie engagieren.

01:02:38: Es ist okay wenn man so ein bisschen drin rumblobbert und nicht alles ... es müssen nicht alle wissen und nicht allen derselben Konsequenz am Start sein sondern da geht's auch um die Fläche.

01:02:50: Ja also zu sagen, da bin ich tatsächlich, glaube das ist meine Form von Konservativismus solche komischen Ideen zu haben manchmal.

01:02:59: Wir brauchen eine kritische Masse, ne?

01:03:02: Also wir brauchen eine kritische Masse.

01:03:04: Wenn wir diese nicht erreichen wird es ... wird das schwierig.

01:03:10: und ich glaube, dass was du auch gesagt hast, dass Proteste erst revolutionär sind wenn so sag ich mal der Staat sich das nicht zu eigen machen kann Das finde ich mega gut.

01:03:24: oder

01:03:24: der Kapitänismus

01:03:27: Oder der Kapitalist.

01:03:29: Könnte man meinen, könnte man meinen?

01:03:33: Ach krass!

01:03:34: Könnte mal meinen...

01:03:35: So dass ich habe noch mir unterdessen, falls ihr mich habt kritzeln hören, egal weil Dinge geschrieben mit Stift auf Papier und zwar wollte ich nämlich viel mit mich auch noch ein, weil in einem Jahr vor Lorentz-Tötung ist von Yasmina Kuhnke das Buch White Lives Matter erschienen Und da gibt es ja auch genau diese Erzählungen Und das erinnere ich, als Frugs war ich davon das erste Mal erhöhte oder wie ich da mitbekommen hab von dieser Mordung.

01:04:04: Das war für mich eine ganz klare Linie, offensichtlich so.

01:04:07: Aber es ist ... Wie schrecklich ist das auch für jemanden, die das noch mal so niederschreibt in einer literarischen Form verarbeitet?

01:04:15: Wenn genau dann das nochmal passiert und sie hat ja auch die entsprechenden Wittmungen in ihrem Buch

01:04:21: usw.,

01:04:21: also Schaudout an Yasmina an der Stelle und dieses wichtige Buch.

01:04:26: Und dann dachte ich noch, gibt es ja noch ... Ich hab dir den Link auch den anderen Tag geschickt.

01:04:31: Wir haben nämlich ein Song gefunden, wo es auch ein ... wo Lorenz erwähnt wird?

01:04:37: Ja.

01:04:39: Genau, ich würde jetzt ...

01:04:40: Es gibt tatsächlich mehrere Songs, wo Lorenzo erwähnend wird.

01:04:43: Oder lass uns auf mindestens zwei nennen vielleicht!

01:04:45: Ich weiß es nicht.

01:04:47: Du weißt die Titel nicht okay.

01:04:48: Ey, verlinkt uns mal unter dem Video die Art des ... die Songs gemacht haben, in denen Lorenz Erwähnung findet.

01:04:55: Das wird auch mal gut!

01:04:56: Ich würde nämlich gerne hier Willy Brandt als Ersten ins Renn schicken mit dem Song, das nicht kompliziert.

01:05:03: Da gibt es eine Line, die sich auf Lorenz bezieht.

01:05:06: und ansonsten wollen wir natürlich das gesamte Veto-Magazin als Referenz hier mit aufrufen und sagen, wenn ihr euch mit Protest- und Protestformen auseinandersetzen wollt oder auch euch an euren eigenen Protest einmal porträtieren lassen möchtet.

01:05:24: Bitte sehr das Veto Magazin macht nüscht andere den lieben langen Tag außer sich um Aktivismus und unterschiedliche Protestform zu kümmern und die Menschen, die diese betreiben und tun und sich daran ausprobieren und diese Gesellschaft darüber mitgestalten.

01:05:38: deswegen hey Leute abonniert wie als selbst kein Morgens.

01:05:42: Alled im Podcast, dem Channel macht ein Abo steady.

01:05:46: Alled Veto macht es wirklich ... Also ... Möchtest du bitte nicht unterschätzt wissen?

01:05:52: Leute, wir sind überall, wo es Podcast gibt.

01:05:54: Deswegen geht da rein.

01:05:56: Ich glaub, es kommen noch so viele unterschiedliche Themen.

01:05:59: Ich fand das heute schon so boah!

01:06:01: Man könnte schon über drei, vier, fünf andere Themen sprechen.

01:06:04: Das nehmen wir auf jeden Fall mit und ich schreib mir das auf.

01:06:07: Und wir hören uns beim nächsten

01:06:10: Mal.

01:06:11: Als Nächsten aber, Johnny und Lune erst mal dran.

01:06:13: Das stimmt!

01:06:14: Wir rotieren ja immer durch.

01:06:15: Suda das wird ein Weichendauern bis wir uns widersprechen.

01:06:17: euch danke dir sehr für dieses schöne Gespräch.

01:06:20: zwar ganz mir geht es jetzt besser als vorher.

01:06:21: auf jeden

01:06:22: Fall Danke dir für dieses Gespräch und danke euch fürs zuhören

01:06:28: Herr Reulm Tschüss.

01:06:29: Bis dann Lauter!

01:06:31: Lauter, ein lauter Genial.

01:06:33: Ein bisschen

01:06:34: lauter.

01:06:34: Ich kann sie nicht hören, können Sie lauter sprechen?

01:06:36: Naja natürlich

01:06:37: zu gut... Wow ich habe hier lauter richtig coole Leute.

01:06:39: Die Lauter-Leute sind alle schlauer als ich.

01:06:41: Es ist eine Debatte wo lauter Leute sitzen.

01:06:43: Also das kamen schon vor dass

01:06:45: mal Leute so bisschen lautter wurden.

01:06:47: Ich sage es mal ganz provokativ.

01:06:49: Je mehr Leute und desto lauter desto besser.

01:06:51: Hörschlich die müssen das noch lauter sagen und dann machen wir das nochmal.

01:06:55: Vielleicht will ich mir gerade deswegen noch lauter sein, um durch die Straße zu gehen.

01:07:08: Ich würde dazu führen das ist noch ein Outer-Bus!

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